Finanzierungsmöglichkeiten bei der Einlagerung von Nabelschnurblut
Neue Finanzierungsmöglichkeiten bei der Aufbewahrung von Nabelschnurblut könnten dafür sorgen, dass sich noch mehr Familien für diese Vorsorgeoption entscheiden. Private Nabelschnurblutbanken versuchen den Eltern entgegen zu kommen, indem die anfallenden Gebühren nicht mehr mit einem Mal gezahlt werden müssen: So können Eltern die Beträge in monatlichen oder jährlichen Raten zahlen, bekommen bei weiteren Kindern einen Treuebonus und einen Rabatt, wenn sie die Jahresgebühren im Voraus zahlen. Außerdem bieten private Unternehmen die Option an – neben der persönlichen Aufbewahrung des Nabelschnurblutes – die Daten in eine öffentliche Spenderkartei eintragen zu lassen. Geben die Eltern dann die Freigabe für einen fremden Empfänger, erhalten sie das bisher gezahlte Geld zurück. Das hat zur Folge, dass das Spendernetzwerk für Stammzellen erheblich erweitert wird.
Nabelschnurblut wird erstmals angewendet
Private Nabelschnurblutbanken konservieren das Blut von Neugeborenen, um die darin enthaltenen Stammzellen bei einer Krankheit schnell und unkompliziert für eine Therapie zu nutzen. Vorrangig kommt das den Spendern selbst – immer auch jedem anderen Patienten zu Gute. Ein solcher Fall ereignete sich 2005 in Hannover: Ein kleiner Junge erkrankte an aplastischer Anämie, einer Krankheit bei der die Blutbildung gestört ist. Die Transplantation der Stammzellen aus dem Nabelschnurblut seines Bruders half, die Krankheit schnell zu besiegen. Schon zwei Monate nach der Behandlung konnte der Junge aus der Klinik entlassen werden. Heute, drei Jahre später wird er von den Ärzten als „geheilt“ angesehen, denn er ist noch immer gesund. Der behandelnde Arzt Prof. Dr. med. Karl Welte schildert im Interview die medizinischen Aspekte des Falls. Lesen Sie hier mehr.
Eindrücke vom Life Science Symposium
Stammzellen aus den verschiedensten Quellen, auch aus Nabelschnurblut, werden zur Regeneration von Ischämie geschädigtem Gewebe eingesetzt. Wie, das wurde im Rahmen des dritten Fraunhofer Life Science Symposium, vom 24. bis 25. Oktober 2008 in Leipzig diskutiert. Hier trafen sich Wissenschaftler und stellten ihre Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Zelltherapie vor. Das Rahmenprogramm wurde durch Biotechnologie-Unternehmen begleitet, die neue Geräte für den Laborgebrauch vorstellten.




Stammzellen bei Schlaganfall und Herzinfarkt
Stammzellen aus Nabelschnurblut werden zunehmend und mit großem Erfolg in Wissenschaft und Klinik eingesetzt. Das wurde durch Vorträge beim dritten Fraunhofer Life Science Symposium, dass vom 24. bis 25. Oktober in Leipzig stattfand, klar. Die Veranstaltung beschäftigte sich jedoch hauptsächlich mit dem Einsatz von Stammzellen aus unterschiedlichsten Herkunftsbereichen, wie Knochenmark, Nabelschnurblut, Embryo und Reagenzglas (induzierte pluripotente Stammzellen) bei Schlaganfall und Herzinfarkt. Die Regeneration verläuft je nach Zellart unterschiedlich: Embryonale Stammzellen differenzieren in bestimmte Gewebe und Organe und übernehmen gleichsam deren Funktion. Stammzellen aus Nabelschnurblut und Knochenmark regenerieren, indem sie die Sauerstoffversorgung der betroffene Gebiete verbessern und/oder die Selbstheilung ankurbeln. Beispielsweise zeigte ein sehr bildlicher Vortrag die erstaunliche Regeneration eines diabetischen Fußes. Das Rahmenprogramm beinhaltete regelmäßige Pausen, die intensiv genutzt wurden, um sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen, eine Posterausstellung und ein abendliches, ungezwungenes „Get together“.
Nabelschnurblut: Mehr Prävention mit Stammzellen
Die Pressesprecherin des Berufsverbandes der Frauenärzte und Medizinjournalistin Maria-Elisabeth Lange-Ernst setzt sich in einem Interview für Prävention mit Hilfe von Stammzellen ein. In einem Interview kritisiert sie nicht nur die mangelnde Aufklärung der Bevölkerung über die Möglichkeiten von Stammzellen aus Nabelschnurblut - auch Ärzten wirft sie Unkenntnis vor: „Es gibt immerhin auch genügend Mediziner, die sich mit Nabelschnurblut und dessen Potenzial noch nicht auseinander gesetzt haben.“ Das gesamte Gespräch finden sie hier.
Informationsquelle Internet gewinnt an Bedeutung
Prof. Dr. Volker Ragosch ist seit sechs Jahren als Chefarzt an der Frauenklinik in Hamburg-Altona tätig und leitet dort die Abteilung Geburtshilfe und Gynäkologie. In der Klinik werden bei zirka 100 Geburten im Jahr Nabelschnurblut für private Banken entnommen. Der Klinikleiter erkennt hier einen Trend: „Das Thema Nabelschnurblut ist in den letzten Jahren aktueller geworden.“ Einen Grund dafür sieht er in der Zunahme an Quellen, bei denen sich Eltern informieren können. Darunter sticht für Prof. Ragosch eine ganz besonders hervor: „Das Internet gewinnt zunehmend an Bedeutung. So sind auf den Internetseiten von privaten Nabelschnurblutbanken aktuelle und kommende Anwendungsmöglichkeiten detailliert und wissenschaftlich fundiert beschrieben“, erklärt der Arzt. Dort lässt sich beispielsweise nachlesen, welche Fortschritte die Forschung erfolgreich auf dem Gebiet des Tissue Engineering und der Behandlung von Tumorerkrankungen gemacht hat. Prof. Dr. Volker Ragosch ist überzeugt: „Vom jetzigen Standpunkt aus betrachtet ist es absehbar, dass in Zukunft der Einsatz von Stammzellen aus Nabelschnurblut klinischen Routine sein wird.“
Preisgekrönte Zellvermehrung
Gibt es bald ausreichend Stammzellen aus Nabelschnurblut für die klinische Anwendung? Die Forschung zur Zellvermehrung wurde am 7. Oktober 2008 mit dem Innovationspreis ausgezeichnet. Auf der internationalen Messe für Biotechnologie „BIOTECHNICA“ in Hannover, wurde die Auszeichnung der Bioregionen Deutschlands nach Niedersachsen zu Dr. Tobias May geschickt. Dieser arbeitet am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig im Bereich Zellbiologie. Während seiner Promotion entwickelte er ein inzwischen patentiertes Verfahren, um Zellen reguliert zu vermehren. Laut Aussagen des Wissenschaftlers ist die Methode auch auf Stammzellen anwendbar: „Die Vision ist, in Zukunft adulte Stammzellen effektiv zu vermehren.“, so Dr. May. Folglich könnten auch Nabelschnurblutstammzellen vermehrt werden. Weitere Informationen finden Sie hier, hier und hier.
Potenzial für die Regenerative Medizin
Prof. Dr. Ursula Anderer von der Fachhochschule Lausitz in Senftenberg gestaltet die Zukunft: Erkenntnisse, die sie als Forscherin im Bereich der Regenerativen Medizin erwirbt, gibt sie tagtäglich an die neue Generation von Wissenschaftlern – ihre Studenten – weiter. Dazu gehören vor allem Erfahrungen, ihrer Forschungsgruppe im Bereich der Produktion von künstlichem Gewebe außerhalb des Körpers (dem so genannten Tissue Engineering). In ihrem jüngsten Projekt beschäftigt sie sich mit der Herstellung von Gewebe zur Regeneration von Knorpelschäden in Gelenken, zum Beispiel im Knie oder in der Hüfte. Hier wird das Thema Nabelschnurblut in Zukunft von großer Bedeutung sein: „Inzwischen konnten aus Nabelschnurblut verschiedenste Zelltypen im Labor gezüchtet werden“, so Prof. Anderer. „Für das Tissue Engineering ist es daher prädestiniert. Körpereigene Zellen aufzubereiten und wieder in den Spender einzusetzen, hat den Vorteil, dass das Immunsystem das Material als eigen erkennt und nicht angreift. Das ist die ideale Voraussetzung, um eine schnelle Regeneration herbeizuführen und den Patienten wenig zu belasten.“
Wenn eine Vision Realität wird
Was braucht es, um eine private Nabelschnurblutbank zu gründen? Das fragte sich der Wissenschaftler Dr. Eberhard Lampeter. Denn er erkannte das Potenzial, das in Stammzellen aus Nabelschnurblut steckt und wollte Eltern die Möglichkeit geben, es für Ihre Kinder zu bewahren. Die Forschung beschäftigt sich inzwischen mehr und mehr mit dem Thema “Nabelschnurblut” und den darin enthaltenen, leicht zu gewinnenden und sehr jungen Stammzellen - erfolgversprechende Ergebnisse gibt es schon. Mit dem Schritt, eine private Nabelschnurblutbank aufzubauen, gilt er als Visionär unter den Wissenschaftlern. Damit eignete er sich perfekt, um den Machern des Meinungs- und Zukunftsportals 100visions Rede und Antwort zu stehen. Lesen Sie hier das gesamte Interview.
Nabelschnurblut: “Digitale Sprechstunde soll Wissen aufbauen”
Nabelschnurblut enthält adulte Stammzellen mit vielfältigen Eigenschaften, die teilweise schon in der klinischen Anwendung genutzt werden. Ein fundiertes medizinisches Fachwissen in diesem Bereich hat Dr. Marion Bartel, die ein Biochemiestudium und eine Promotion auf dem Gebiet der Medizin absolviert hat. Tag für Tag gibt sie ihr Know-how in der Fachberatung einer privaten Nabelschnurblutbank an interessierte Eltern weiter. „Das Thema Stammzellen ist in der Bevölkerung noch nicht genügend etabliert und die verschiedenen Stammzellarten werden oft verwechselt. Deswegen weisen wir immer wieder darauf hin, dass Nabelschnurblut-Stammzellen nichts mit den ethisch bedenklichen embryonalen Stammzellen zu tun haben.“ Doch auch die Fortschritte in der Medizin werden in der Bevölkerung noch zu wenig wahrgenommen, stellt Dr. Marion Bartel fest: „Viele Eltern sind erstaunt darüber, das Patienten mit Hirnschäden, Herzinfarkt und Diabetes schon heute von Nabelschnurblut-Stammzellen profitieren und jedes Jahr rund 30.000 Stammzelltransplantationen im Rahmen der Krebstherapie stattfinden.“ Die Biochemikerin engagiert sich dafür, Fehlinformationen zu beseitigen und Eltern umfangreich zu informieren. Dafür steht sie neben Ihrer regulären Arbeit in einer digitalen Sprechstunde Rede und Antwort.