Gewebe aus Nabelschnurblut oder Transplantation von Fremdgewebe – eine Frage der Einlagerung

Die Forschung mit Nabelschnurblut hat gezeigt, dass es in naher Zukunft möglich sein wird, aus den darin enthaltenden Stammzellen Gewebe zu produzieren. Damit ein Patient auf diese Möglichkeit der Heilung beziehungsweise Transplantation zurück greifen kann, muss eigenes oder Nabelschnurblut von einem Spender zur Verfügung stehen. Solange das nicht der Fall ist, sind Betroffene von schweren Erkrankungen oder Unfallopfer auf Gewebespenden angewiesen. Genau wie die Einlagerung von Nabelschnurblut, unterliegt die Spende von Gewebe dem seit August 2007 geltenden Gewebegesetz. Es regelt die Rahmenbedingungen und macht die Einlagerung von Nabelschnurblut oder die Spende und somit den Erhalt von Gewebe für den Patienten sicherer. Um alle Fragen zu diesem Thema zu klären, veranstaltete die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation am 7. November 2008 in Berlin eine Expertentagung zu „Recht, Ethik, Ökonomie in der Gewebespende, Prozessierung und Verteilung“. Hier wurden rechtliche, ökonomische und ethische Fragen durch Vorträge und Diskussionsrunden geklärt. Weitere Informationen zur vierten Expertentagung finden sie hier.

Nabelschnurblut wird erstmals angewendet

Private Nabelschnurblutbanken konservieren das Blut von Neugeborenen, um die darin enthaltenen Stammzellen bei einer Krankheit schnell und unkompliziert für eine Therapie zu nutzen. Vorrangig kommt das den Spendern selbst – immer auch jedem anderen Patienten zu Gute. Ein solcher Fall ereignete sich 2005 in Hannover: Ein kleiner Junge erkrankte an aplastischer Anämie, einer Krankheit bei der die Blutbildung gestört ist. Die Transplantation der Stammzellen aus dem Nabelschnurblut seines Bruders half, die Krankheit schnell zu besiegen. Schon zwei Monate nach der Behandlung konnte der Junge aus der Klinik entlassen werden. Heute, drei Jahre später wird er von den Ärzten als „geheilt“ angesehen, denn er ist noch immer gesund. Der behandelnde Arzt Prof. Dr. med. Karl Welte schildert im Interview die medizinischen Aspekte des Falls. Lesen Sie hier mehr.

Stammzellen bei Schlaganfall und Herzinfarkt

Nabelschnurblut - Life Science SymposiumStammzellen aus Nabelschnurblut werden zunehmend und mit großem Erfolg in Wissenschaft und Klinik eingesetzt. Das wurde durch Vorträge beim dritten Fraunhofer Life Science Symposium, dass vom 24. bis 25. Oktober in Leipzig stattfand, klar. Die Veranstaltung beschäftigte sich jedoch hauptsächlich mit dem Einsatz von Stammzellen aus unterschiedlichsten Herkunftsbereichen, wie Knochenmark, Nabelschnurblut, Embryo und Reagenzglas (induzierte pluripotente Stammzellen) bei Schlaganfall und Herzinfarkt. Die Regeneration verläuft je nach Zellart unterschiedlich: Embryonale Stammzellen differenzieren in bestimmte Gewebe und Organe und übernehmen gleichsam deren Funktion. Stammzellen aus Nabelschnurblut und Knochenmark regenerieren, indem sie die Sauerstoffversorgung der betroffene Gebiete verbessern und/oder die Selbstheilung ankurbeln. Beispielsweise zeigte ein sehr bildlicher Vortrag die erstaunliche Regeneration eines diabetischen Fußes. Das Rahmenprogramm beinhaltete regelmäßige Pausen, die intensiv genutzt wurden, um sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen, eine Posterausstellung und ein abendliches, ungezwungenes „Get together“.

Bilder vom Innovationsforum

Am 23. Oktober fand in Leipzig die Veranstaltung “Innovationsforum - Demografie und Gesundheitsressourcen” statt. Als Gastgeber eröffnete der Leiter des Fraunhofer Instituts für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig, Prof. Dr. Frank Emmrich, das Experten-Treffen.  Das Forschungsinstitut arbeitet innerhalb der Regenerativen Medizin, unter anderem mit Stammzellen aus Nabelschnurblut, um Gewebe und Organe zu reparieren. Die Veranstaltung widmete sich jedoch eher den Präventivmaßnahmen - der endogenen Regeneration. Dabei soll durch geistige und körperliche Fitness, die Selbstheilungskräfte des Körpers gestärkt werden. Die Moderation übernahm die Vorsitzende des organisierenden Vereins - die Europäische Vereinigung für Vitalität und Aktives Altern e.V. - Dr. med. Dagmar Pöthig.

Nabelschnurblut - Innovationsforum - Veranstalter und GastgeberNabelschnurblut - Innovationsforum - Bernhard BaduraNabelschnurblut - InnovationsforumNabelschnurblut - Innovationsforum - DiskussionsrundeNabelschnurblut - Fazit

Gemeinsam für Erhaltung und Regeneration

Was hat die Europäische Vereinigung für Vitalität und Aktives Altern e.V. (eVAA) mit dem Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Leipzig zu tun? Ganz einfach – Erhaltung und Regeneration. Während die Wissenschaftler an Zelltherapieansätzen arbeiten (unter anderem mit Stammzellen aus Nabelschnurblut), um geschädigte Gewebe und Organe zu reparieren, setzt die eVAA auf endogene Regeneration. Das heißt: durch gesundheitsfördernde Maßnahmen - vor allem am Arbeitsplatz - medizinischen Therapien vorzubeugen. So luden Veranstalter eVAA und Gastgeber IZI zu Vorträgen und Diskussionsrunden im Rahmen des “Innovationsforums – Demografie und Gesundheitsressourcen” ein. Unternehmen stellten ihre innerbetrieblichen Aktivitäten vor und Dienstleister boten Services zur Gesundheitsberatung an. Für den Fall, dass trotz aller Vorsorgemaßnahmen Verschleißerkrankungen auftreten, gibt es Plan B: die Regenerative Medizin. Hier können auch Stammzellen aus Nabelschnurblut zum Einsatz kommen. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse gibt es heute auf dem Fraunhofer Symposium „Ischämie und Regeneration“.

Gesetzliche Krankenkassen unterstützen Einlagerung von Nabelschnurblut

Immer mehr werdende Eltern haben das Potenzial der Stammzellen aus Nabelschnurblut als Vorsorge erkannt. Um ihnen die Entscheidung für die Einlagerung einfacher zu machen, unterstützen mehr als 20 gesetzliche Krankenkassen die Aufbewahrung von Nabelschnurblut. Durch diese Leistung können sich zukünftig noch mehr Eltern für Einlagerung des Nabelschnurblutes ihrer Kinder entscheiden. Grund für diese Neuerung sind wissenschaftliche Erkenntnisse über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Stammzellen bei schweren Erkrankungen. Mehr Informationen finden Sie hier.

Stammzellen aus Nabelschnurblut: Experten diskutieren neue Methoden

Am Donnerstag, den 23. Oktober 2008 findet das Innovationsforum „Demografie und Gesundheitsressourcen – Neue Lösungen für den Gesundheits- und Arbeitsmarkt“ in Leipzig statt. Ziel der Veranstaltung des Fraunhofer-Instituts und der Europäischen Vereinigung für Vitalität und Aktives Altern (eVAA e.V.) ist es, Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit für die zunehmende Verschränkung von Gerontologie (Anmerkung d. Red.: Altersforschung) und Regenerativer Medizin zu sensibilisieren. Am 24. und 25. Oktober folgt das „Fraunhofer Life Science Symposium“ des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie (IZI) Leipzig. Thema der Veranstaltung ist „Ischämie und Regeneration“, wobei die Therapie ischämischer Krankheiten mit Hilfe von Stammzellen, wie sie auch im Nabelschnurblut zu finden sind, im Mittelpunkt stehen. Daneben werden sich die Wissenschaftler über therapeutische Anwendungsfelder von Stammzellen (auch aus Nabelschnurblut) bei Schlaganfällen, Herzinfarkten und Kreislaufstörungen austauschen. Das Symposium bietet eine Plattform für Mediziner, Wissenschaftler und Unternehmer mit dem Ziel Forschung und Industrie auf dem Feld der Regenerativen Medizin zu verbinden. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie hier und hier.

Neuer Internetauftritt

Jeder guten Geschäftsbeziehung liegt gegenseitiges Vertrauen zugrunde – vor allem wenn es um ein wertvolles gut, wie Nabelschnurblut geht. Der Grundstein für ein sehr gutes wirtschaftliches Verhältnis kann mit gut zugänglichen, leicht verständlichen und transparenten Informationen gelegt werden. Wie im Fall einer privaten Nabelschnurblutbank, deren neues Internetportal nach Zielgruppen sortiert und damit besonders übersichtlich ist. So können sowohl werdende Eltern, die das Nabelschnurblut ihres Kindes einlagern wollen, als auch Wissenschaftler und Investoren, die an einer Kooperation interessiert sind, schnell die entsprechenden Informationen erhalten.

Interessante Forschungsgebiete in Unternehmen

Was macht eine private Nabelschnurblutbank? Sie lagert das bei der Geburt gewonnene Nabelschnurblut ein. Eltern können auf diese Art für das eigene Kind vorsorgen oder aber auch mit der Spendenoption jedem anderen Menschen, der es braucht, helfen. Doch damit sind noch längst nicht alle Aufgabenfelder erschöpft. Zusätzlich wird an der Erschließung neuer Anwendungsfelder geforscht. Dabei helfen Kooperationen mit Wissenschaftlern aus der ganzen Welt. Erfolgversprechende Projekte sind der Kampf gegen Schlaganfall, Herzinfarkt und Diabetes I.

Nabelschnurblut wird immer wichtiger in der medizinischen Therapie

Können Stammzellen aus Nabelschnurblut unheilbare Krankheiten heilen? Bisherige Studien bescheinigten den Stammzellen bereits ihr großes Therapiepotenzial. Inwiefern sich die Einsatzmöglichkeiten von Nabelschnurblut in Zukunft ausweiten werden, diskutieren führende Stammzellforscher aus Deutschland und den USA heute, am 26. September, bei einem Workshop der Deutschen Gesellschaft für Regenerative Medizin (GRM) am Universitätsklinikum Heidelberg. Dabei sind vor allem der Einsatz von Stammzellen aus Nabelschnurblut zur Krebstherapie und bei der Regeneration von geschädigtem Gewebe und Organen im Gespräch. Anderen Erkrankungen wie frühkindliche Hirnschäden und Typ 1 Diabetes werden in den USA bereits seit mehren Jahren mit Hilfe von Nabelschnurblut behandelt. Diese Tatsache nehmen die Experten zum Anlass, im Rahmen des Workshops  von ihren bisherigen Erfahrungen aus dem medizinischen Alltag zu berichten und neue Einsatzgebiete von Stammzellen aus Nabelschnurblut vorzustellen.

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