Nabelschnurblut regeneriert zerstörtes Herzgewebe

Nabelschnurblut - SteinhoffDie Bedeutung von Stammzellen bei der Regeneration von Gefäßen stand bei Professor Gustav Steinhoff, Direktor der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie der Universität Rostock, im Mittelpunkt seiner Untersuchungen: „Unsere Forschungsergebnisse belegen, dass zerstörtes oder beschädigtes Herzgewebe nachwachsen kann, und zwar mit Hilfe der Stammzelltherapie.“

Demnach sind menschliche Stammzellen bei der Regeneration des durch Infarkt geschädigten Herzgewebes von enormer Bedeutung: Die ersten Anwendungen belegten, dass die aus dem Knochenmark der Patienten entnommenen Stammzellen nach einer Transplantation zum Herzen gelangen und dort die Wiederherstellung von zerstörtem Gewebe unterstützen. Erste Untersuchungen mit Stammzellen aus Nabelschnurblut laufen.

Häufig gestellte Fragen zu Gewinnung und Einsatz von Nabelschnurblut

Nabelschnurblut-Entgegnung von VorurteilenIch habe gehört, dass Nabelschnurblut eine zu geringe Menge Stammzellen enthält, um damit einen Erwachsenen zu behandeln. Stimmt das?
Im Jahr 2006 wurden weltweit über 64 Prozent aller Nabelschnurbluttrans-
plantationen
bei Erwachsenen durchgeführt. Teilweise wurden hierfür mehrere Präparate genutzt. Die Menge der Stammzellen ist jedoch gerade im Bereich der Regenerativen Medizin irrelevant. Hier genügen bereits wenige Stammzellen, um Selbstheilungsprozesse im Körper zu unterstützen, zum Beispiel nach einem Herzinfarkt oder um Gewebetransplantate herzustellen. Die Forschung arbeitet auch intensiv an einer Vermehrung der Zellen. Nach Expertenmeinung wird in den nächsten Jahren ein Durchbruch auf diesem Gebiet zu erwarten sein.

Birgt die Entnahme des Nabelschnurblutes gesundheitliche Risiken für Mutter und Kind?
Die Entnahme des Blutes erfolgt direkt nach der Abnabelung des Neugeborenen aus dem Nabelschnurrest und der Nachgeburt (Plazenta). Diese wurden früher mit dem Klinikmüll ungenutzt entsorgt. Die Entnahme ist sowohl für Mutter als auch Kind völlig schmerzfrei und risikolos. Beide spüren von dem Vorgang nichts und dem Kind wird nichts weggenommen.

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Eingefrorenes Nabelschnurblut bleibt jung

Nabelschnurblut - Dr. rer. nat. Erich KunertKnochenmark altert – Nabelschnurblutstammzellen liegen eingefroren im „Dornröschenschlaf“ – frei von schädigenden Umwelteinflüssen. Dr. rer. nat. Erich Kunert ist als Leiter der Fachberatung bei VITA 34 tätig und erläutert die Probleme mit mitalternden Stammzellen aus Knochenmark: „Sie sind oftmals die Auslöser von Krankheiten wie Arteriosklerose. Dabei können die Gefäßwände nicht mehr glatt und sauber gehalten werden. Diese Krankheit wird durch alte und damit nicht mehr funktionstüchtige Stammzellen verursacht.“ Eingefrorene Stammzellen aus Nabelschnurblut erhalten ihre „Jugendlichkeit“ und könnten dabei helfen, die Arteriosklerose zu heilen. Deshalb findet Erich Kunert es schade, wertvolle Stammzellen aus Nabelschnurblut in den Abfall zu werfen: „Von etwa 700.00 Geburten im Jahr, werden heute leider noch 97 Prozent im Klinikmüll entsorgt.“

Der Umgang mit Nabelschnurblut erfordert die Einhaltung von Richtlinien

Nabelschnurblut ist ein Arzneimittel und seine Verarbeitung erfordert die Einhaltung gewisser Richtlinien. Dr. rer. nat. Petra Rauprich kennt sie gut, denn sie ist die Schulungsbeauftragte bei VITA 34: „Wir prüfen die Räume der Krankenhäuser, schulen das Personal und reichen die entsprechenden Anträge und Gutachten bei den Behörden ein, um eine Herstellungserlaubnis zu erhalten.“ Durch ihre Arbeit können Eltern in über 800 Krankenhäusern in Deutschland entbinden und das Nabelschnurblut ihrer Kinder als Eigenvorsorge bei VITA 34 einlagern lassen. Für öffentliche Banken spenden können sie dagegen nur in etwa 100 Kliniken: „Das Problem ist die Finanzierung. Es werden eine ausgefeilte Logistik, Reinräume und zahlreiche Blutuntersuchungen benötigt, um eine hohe Qualität zu gewährleisten. Das kostet eine Menge Geld.“

Zusammengefasst: Die Vorteile von Nabelschnurblut

Nabelschnurblut - VorteileDie Verwendung von Stammzellen aus Nabelschnurblut birgt im Vergleich zur herkömmlichen Therapie mit Knochenmark eine Reihe von Vorteilen. Besonders das junge Alter der Zellen spricht für sie. Auch die einfache Gewinnung von Nabelschnurblut - schmerzfrei und ohne Risiko für Mutter und Kind - macht die Verwendung dieser Zellen zu einer erfolgversprechenden Alternative.

Im Gegensatz zu Stammzellen aus Knochenmark sind die Zellen nach einer Einlagerung sofort verfügbar - so gehört das Warten auf einen geeigneten Spender der Vergangenheit an. Die Aufbewahrung des Nabelschnurblutes kann über lange Zeiträume erfolgen. Durch Kryokonservierung ist eine Lagerung über einen nahezu unbegrenzten Zeitraum möglich.

Die besondere Stärke der Stammzellen aus Nabelschnurblut liegt zudem in ihrer immunologisch guten Verträglichkeit begründet: So sind beim Verwenden eigener (autologer) Stammzellen keine Abstoßreaktionen zu erwarten. Auch beim Übertragen fremder Zellen müssen die HLA-Merkmale von Spender und Empfänger – im Gegensatz zur Verwendung von Stammzellen aus Knochenmark- nicht hunderprozentig übereinstimmen. So haben ethnische Minderheiten oder Kindern gemischter ethnischer Herkunft bessere Chancen auf eine erfolgreiche Transplantation.

Im Vergleich zu embryonalen Zellen bietet der Einsatz von Stammzellen aus Nabelschnurblut im Rahmen von Forschungsaktivitäten einen weiteren Vorteil. Denn eine Verwendung in wissenschaftlichen Untersuchungen ist ethisch völlig unbedenklich.

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