Stammzellen aus Nabelschnurblut können für mitwachsende Herzklappen eingesetzt werden
Wissenschaftlern der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist es gelungen, mitwachsende Herzklappen zu entwickeln. Dabei wird eine Spenderherzklappe mit der Methode des Tissue Engineering von ihren urprünglichen Zellen befreit und mit körpereigenen Stammzellen, wie sie auch im Nabelschnurblut vorkommen, neu besiedelt. Die Methode ist eine gute Alternative für Kinder, die an einem Herzklappenfehler leiden: Anstelle von wiederholten Operationen könnte nur ein Eingriff ausreichen, um die Patienten zu heilen. Durch den Einsatz von eigenen Stammzellen (beispielsweise aus Nabelschnurblut) wird das Gewebe nicht als Fremdkörper abgestoßen und wächst mit. Weitere Informationen erhalten Sie hier.
Buchtipp: Die Zukunft von Stammzellen aus Nabelschnurblut
Zum Thema Stammzellforschung erscheint immer mehr Literatur, die Klarheit schaffen soll. Dabei ist diese oftmals einseitig und voller vager Vermutungen. Gerd Kempermann, Arzt und Professor am DFG-Forschungszentrum für regenerative Therapien in Dresden (CRTD) hat ein Buch geschrieben, dass nicht mit utopischen Hoffnungen spielt, sondern klar und deutlich über die Zukunft der Stammzelltherapie (dazu zählen auch aus Nabelschnurblut gewonnene Zellen) Auskunft gibt: „Neue Zellen braucht der Mensch – Die Stammzellforschung und die Revolution der Medizin.“ Im Hinblick auf die zukünftigen Anwendungsfelder von Stammzellen wird auch die Bedeutung von Nabelschnurblut weiter zunehmen. Nähere Informationen zu der Buch-Neuerscheinung finden Sie hier.
Neuer Internetauftritt
Jeder guten Geschäftsbeziehung liegt gegenseitiges Vertrauen zugrunde – vor allem wenn es um ein wertvolles gut, wie Nabelschnurblut geht. Der Grundstein für ein sehr gutes wirtschaftliches Verhältnis kann mit gut zugänglichen, leicht verständlichen und transparenten Informationen gelegt werden. Wie im Fall einer privaten Nabelschnurblutbank, deren neues Internetportal nach Zielgruppen sortiert und damit besonders übersichtlich ist. So können sowohl werdende Eltern, die das Nabelschnurblut ihres Kindes einlagern wollen, als auch Wissenschaftler und Investoren, die an einer Kooperation interessiert sind, schnell die entsprechenden Informationen erhalten.
Informationsquelle Internet gewinnt an Bedeutung
Prof. Dr. Volker Ragosch ist seit sechs Jahren als Chefarzt an der Frauenklinik in Hamburg-Altona tätig und leitet dort die Abteilung Geburtshilfe und Gynäkologie. In der Klinik werden bei zirka 100 Geburten im Jahr Nabelschnurblut für private Banken entnommen. Der Klinikleiter erkennt hier einen Trend: „Das Thema Nabelschnurblut ist in den letzten Jahren aktueller geworden.“ Einen Grund dafür sieht er in der Zunahme an Quellen, bei denen sich Eltern informieren können. Darunter sticht für Prof. Ragosch eine ganz besonders hervor: „Das Internet gewinnt zunehmend an Bedeutung. So sind auf den Internetseiten von privaten Nabelschnurblutbanken aktuelle und kommende Anwendungsmöglichkeiten detailliert und wissenschaftlich fundiert beschrieben“, erklärt der Arzt. Dort lässt sich beispielsweise nachlesen, welche Fortschritte die Forschung erfolgreich auf dem Gebiet des Tissue Engineering und der Behandlung von Tumorerkrankungen gemacht hat. Prof. Dr. Volker Ragosch ist überzeugt: „Vom jetzigen Standpunkt aus betrachtet ist es absehbar, dass in Zukunft der Einsatz von Stammzellen aus Nabelschnurblut klinischen Routine sein wird.“
Preisgekrönte Zellvermehrung
Gibt es bald ausreichend Stammzellen aus Nabelschnurblut für die klinische Anwendung? Die Forschung zur Zellvermehrung wurde am 7. Oktober 2008 mit dem Innovationspreis ausgezeichnet. Auf der internationalen Messe für Biotechnologie „BIOTECHNICA“ in Hannover, wurde die Auszeichnung der Bioregionen Deutschlands nach Niedersachsen zu Dr. Tobias May geschickt. Dieser arbeitet am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig im Bereich Zellbiologie. Während seiner Promotion entwickelte er ein inzwischen patentiertes Verfahren, um Zellen reguliert zu vermehren. Laut Aussagen des Wissenschaftlers ist die Methode auch auf Stammzellen anwendbar: „Die Vision ist, in Zukunft adulte Stammzellen effektiv zu vermehren.“, so Dr. May. Folglich könnten auch Nabelschnurblutstammzellen vermehrt werden. Weitere Informationen finden Sie hier, hier und hier.
Autologes Nabelschnurblut in der Anwendung
Je mehr Eltern das Nabelschnurblut ihrer Kinder einlagern lassen, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es im Notfall zur Verfügung steht. Kürzlich halfen die transplantierten eigenen Nabelschnurblut-Stammzellen einem zweijährigem Mädchen aus Colorado/USA. Das Kind litt an zerebraler Lähmung, die sich in motorischen Störungen äußerte. Nach der Behandlung im Mai ist sie nun auf dem Weg in ein normales Leben. Lesen Sie hier und hier den ganzen Artikel.
Interessante Forschungsgebiete in Unternehmen
Was macht eine private Nabelschnurblutbank? Sie lagert das bei der Geburt gewonnene Nabelschnurblut ein. Eltern können auf diese Art für das eigene Kind vorsorgen oder aber auch mit der Spendenoption jedem anderen Menschen, der es braucht, helfen. Doch damit sind noch längst nicht alle Aufgabenfelder erschöpft. Zusätzlich wird an der Erschließung neuer Anwendungsfelder geforscht. Dabei helfen Kooperationen mit Wissenschaftlern aus der ganzen Welt. Erfolgversprechende Projekte sind der Kampf gegen Schlaganfall, Herzinfarkt und Diabetes I.
Forschung mit Nabelschnurblut: Auch in der Frauenheilkunde besteht Bedarf
Dr. Jürgen Klaußner ist praktizierender Frauenarzt in Wurzen und kommt nicht nur im beruflichen Alltag mit dem Thema Nabelschnurblut in Kontakt. Er gehört selbst zu den Elternteilen, die sich für eine Einlagerung des Nabelschnurblutes ihrer Kinder entschieden haben. Grund dafür ist das Vertrauen, das der Arzt in die Wissenschaft auf dem Gebiet der Stammzellen setzt: „Es ist unglaublich, welche Entwicklungen sich in der Forschung mit Stammzellen vollziehen.“ Dr. Jürgen Klaußner hat klare Vorstellungen davon, welches Potenzial Stammzellen im Bereich der Frauenheilkunde haben werden: „Ein Anwendungsgebiet könnte im Reagenzglas produziertes Gewebe sein, wie beispielsweise ein neuer Eierstock. Dadurch könnten Frauen in den Wechseljahren wieder mit ihren eigenen Hormonen versorgt werden.“ Der Frauenarzt hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, werdende Mütter über alle Fakten rund um Nabelschnurblut aufzuklären. „Nichts wäre für mich schlimmer, als der Vorwurf einer jungen Mutter: ‘Warum habe ich bei Ihnen nichts darüber erfahren’“, erklärt er.