Herbstforum der Gesellschaft für Regenerative Medizin

Dass die Zukunft in der Regenerativen Medizin liegt, steht inzwischen fest. Dennoch bleibt oftmals die Frage nach der Finanzierung offen. Um einen Lösungsansatz zu finden, organisiert die Gesellschaft für Regenerative Medizin (GRM) am Freitag, 14. November 2008, das diesjährige Herbstforum unter dem Titel „Regenerative Medizin – Hoffnungsträgerin der Zukunft. Wer soll das bezahlen?“ Die Veranstaltung bietet Vertretern aus Gesundheitssektoren, wie Wissenschaft, Gesundheitswesen und Biotech-Industrie, die Möglichkeit über potenzielle Chancen der Regenerativen Medizin zu sprechen. Dabei wird auch das Thema Stammzellen aus Nabelschnurblut eine bedeutende Rolle spielen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Gewebe aus Nabelschnurblut oder Transplantation von Fremdgewebe – eine Frage der Einlagerung

Die Forschung mit Nabelschnurblut hat gezeigt, dass es in naher Zukunft möglich sein wird, aus den darin enthaltenden Stammzellen Gewebe zu produzieren. Damit ein Patient auf diese Möglichkeit der Heilung beziehungsweise Transplantation zurück greifen kann, muss eigenes oder Nabelschnurblut von einem Spender zur Verfügung stehen. Solange das nicht der Fall ist, sind Betroffene von schweren Erkrankungen oder Unfallopfer auf Gewebespenden angewiesen. Genau wie die Einlagerung von Nabelschnurblut, unterliegt die Spende von Gewebe dem seit August 2007 geltenden Gewebegesetz. Es regelt die Rahmenbedingungen und macht die Einlagerung von Nabelschnurblut oder die Spende und somit den Erhalt von Gewebe für den Patienten sicherer. Um alle Fragen zu diesem Thema zu klären, veranstaltete die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation am 7. November 2008 in Berlin eine Expertentagung zu „Recht, Ethik, Ökonomie in der Gewebespende, Prozessierung und Verteilung“. Hier wurden rechtliche, ökonomische und ethische Fragen durch Vorträge und Diskussionsrunden geklärt. Weitere Informationen zur vierten Expertentagung finden sie hier.

Finanzierungsmöglichkeiten bei der Einlagerung von Nabelschnurblut

Neue Finanzierungsmöglichkeiten bei der Aufbewahrung von Nabelschnurblut könnten dafür sorgen, dass sich noch mehr Familien für diese Vorsorgeoption entscheiden. Private Nabelschnurblutbanken versuchen den Eltern entgegen zu kommen, indem die anfallenden Gebühren nicht mehr mit einem Mal gezahlt werden müssen: So können Eltern die Beträge in monatlichen oder jährlichen Raten zahlen, bekommen bei weiteren Kindern einen Treuebonus und einen Rabatt, wenn sie die Jahresgebühren im Voraus zahlen. Außerdem bieten private Unternehmen die Option an – neben  der persönlichen Aufbewahrung des Nabelschnurblutes – die Daten in eine öffentliche Spenderkartei eintragen zu lassen. Geben die Eltern dann die Freigabe für einen fremden Empfänger, erhalten sie das bisher gezahlte Geld zurück. Das hat zur Folge, dass das Spendernetzwerk für Stammzellen erheblich erweitert wird.

Nabelschnurblut wird erstmals angewendet

Private Nabelschnurblutbanken konservieren das Blut von Neugeborenen, um die darin enthaltenen Stammzellen bei einer Krankheit schnell und unkompliziert für eine Therapie zu nutzen. Vorrangig kommt das den Spendern selbst – immer auch jedem anderen Patienten zu Gute. Ein solcher Fall ereignete sich 2005 in Hannover: Ein kleiner Junge erkrankte an aplastischer Anämie, einer Krankheit bei der die Blutbildung gestört ist. Die Transplantation der Stammzellen aus dem Nabelschnurblut seines Bruders half, die Krankheit schnell zu besiegen. Schon zwei Monate nach der Behandlung konnte der Junge aus der Klinik entlassen werden. Heute, drei Jahre später wird er von den Ärzten als „geheilt“ angesehen, denn er ist noch immer gesund. Der behandelnde Arzt Prof. Dr. med. Karl Welte schildert im Interview die medizinischen Aspekte des Falls. Lesen Sie hier mehr.

Eltern müssen über Nabelschnurblut aufgeklärt werden

Nabelschnurblut - Dr. Ute Heyme“Die Entwicklungen, die sich auf dem Gebiet der Stammzellmedizin in dieser kurzen Zeit vollzogen haben, sind enorm! Ich finde, darüber sollten die Eltern informiert werden”, sagt Dr. Ute Heyme, Tealmeiterin im Bereich Telesales einer privaten Nabelschnurblutbank. Das ganze Interview lesen Sie hier.